Zwänge / Kaufsüchte / Trichotillomanie

Aktuelle Wartezeit auf das Vorgespräch ca. 3 Wochen.
Nach dem Vorgespräch wird der Patient innerhalb von 4-5 Wochen aufgenommen.
Zwangsstörungen treten häufig in Form von Wasch-, Kontroll-, Ordnungs- oder Gedankenzwängen auf. Sie schränken das Leben der Betroffenen in der Regel stark ein. Menschen mit Zwängen schämen sich für ihre Symptome und verheimlichen diese gegenüber der Umwelt. Oftmals werden Angehörige in die Zwangsrituale mit eingebunden und dadurch nicht unerheblich belastet.
In der Tagklinik werden Sie einer Gruppe zugeteilt, in der speziell der Umgang mit symptomauslösenden Situationen und symptomauslösenden Gedanken eingeübt wird. In der Verhaltenstherapie wird diese Technik Expositionstraining genannt.
Darüber hinaus ist diese Gruppe auch auf Patienten mit Kaufsüchten und auf Patienten mit zwanghaftem Haare ausreissen (Fachbegriff: Trichotillomanie) spezialisiert. Beide Krankheitsbilder dienen - ebenso wie die Zwangsstörung - der Bewältigung schwieriger (oftmals nicht bewusster) Gefühle und Konflikte.
Eine Kaufsucht kann vorliegen, wenn der Betroffene permanent und über längere Zeit überflüssige Dinge kauft. Das Kaufen löst dabei ein unmittelbares Hochgefühl aus, das schnell wieder verfliegt. Die Betroffenen wissen - ähnlich wie bei einer Zwangsstörung - um die Sinnlosigkeit ihres Verhaltens, können dieses jedoch nicht kontrollieren. Die Folgen sind Angst, Scham, Depression und ein wachsender Schuldenberg.
Auch Angstpatienten, bei denen das Expositionstraining Schwerpunkt der Therapie sein soll, werden in dieser Gruppe behandelt.
Der Abbau von Vermeidungsverhalten, das Erlernen von Bewältigungsstrategien im Umgang mit den belastenden Gefühlen (Emotionsmanagement) und das Lösen der zugrundeliegenden Konflikte ist neben der Symptomreduktion wesentlicher Bestandteil der Therapie.
Im unten stehenden Wochenplan (den Sie sich ausdrucken können) erfahren Sie, wie die Therapiewoche aufgebaut ist. Alle aufgeführten Termine finden zusammen mit der gleichen Therapiegruppe statt. So entsteht schnell das Gefühl von Zusammengehörigkeit und Vertrauen.
In der Montagsstruktur berichtet jeder Patient über seinen aktuellen Stand in der Therapie: Was konnte er bisher erkennen, womit bringt er seine Symptome in Zusammenhang und mit welchem Thema wird er sich die kommende Woche beschäftigen?
Im Selbstsicherheitstraining werden Rollenspiele zu schwierigen Situationen durchgeführt (und ggf.auf Video analysiert), beim Außentermin unternimmt die Patientengruppe eine gemeinsame Aktivität, die vorher festgelegt wurde.
In den Expositionsterminen werden (zum Teil mit therapeutischer Unterstützung) Situationen geübt, die schwer fallen.
In den Gesprächsgruppen werden gemeinsam mit Therapeuten und Mitpatienten Probleme analysiert, individuelle Krankheitmodelle erstellt und Familienskulpturen zur aktuellen Lebenssituation gestellt.
Das Training der Achtsamkeit und Wahrnehmung soll die Emotionswahrnehmung und Emotionsunterscheidung unterstützen. Diese Fähigkeiten werden häufig durch die Konzentration auf das Symptom überlagert.
Die Gestaltungstherapie dient dem bildnerischen Ausdruck von Wünschen, Bedürfnissen und Einstellungen sowie der Entfaltung des kreativen Potentials. Sie ergänzt damit die rationalen und verbalen Therapieelemente.
In der Wochenendplanung wird die aktive Gestaltung des Wochenendes vorbesprochen, da viele Patienten sich gerade am Wochenende vermehrt mit ihren Symptomen beschäftigen.
Zwischen 8.00 und 9.00 Uhr kann in der Tagklinik ein kleines Frühstück eingenommen werden, ab 9.00 Uhr beginnt die Therapie.
Zwischen 12.00 und 13.00 Uhr ist Mittagspause, jede Therapiegruppe isst an ihrem eigenen Tisch.
Ab 16.00 Uhr (freitags ab 15.00 Uhr) ist die Therapie beendet, um 17.00 Uhr wird die Tagklinik geschlossen.
Samstags, sonntags und an Feiertagen findet keine Therapie statt.